16.07.2011 Samstag  Tag der Hilfsorganisationen

Wie feiert man den 175. Geburtstag einer alten Dame gebührend? Die DLRG Bezirk Niederes Elbtal zu Gast bei der ältesten freiwilligen Feuerwehr

Am 16.07.2011 um 10 Uhr war es endlich so weit. Das Elbufer unterhalb der Meißner Burg war gesäumt von Blaulichtfahrzeugen aller im Landkreis vertreteten Hilfsorganisationen. Anlass für dieses einzigartige Treffen mit mehr als 100 Mitwirkenden auf zwei und auch auf vier Pfoten war der runde Geburtstag der ältesten deutschen freiwillige Feuerwehr.
Passend zu dem Auftrag der Feuerwehr "Retten, Löschen, Bergen, Schützen"war ein buntes Programm vorbereitet, in dem jede der teilnehmenden Organisationen ihren Anteil zu leisten hatte. Fettbrände, Autos aufbrechen und ähnliches gehören ja zum Standard bei einer Feuerwehr. Die Rettungshundestafel im Einsatz auf einem schwierigen Parcour incl. dem Bewältigen von brennenden Hindernissen lieferte dann schon sehenswerte Bilder und manchen ah - ha Effekt, welchen man nicht alltäglich beobachten konnte.
Bevor jede alle diese eher "landgebundenen" Kameraden und Kameradinnen ihr Können vorführen durften, waren wir gefragt. Zwei Übungseinheiten galt es unter den Augen des fachkundigen Publikums sowie der zahlreichenZuschauer zu bewältigen.

Teil 1 gemeinsam mit der Bergwacht
Übernahme einer verletzten Person, welche aus einer schwierigen Positionlediglich durch das Abseilen der Bergwacht von der Meißner neuen Brückean die DLRG übergeben werden kann.
Einsatzauftrag klar - Wetter schön. Übung erfolgreich. Könnte man meinen. Entweder war uns die Einsatzaufgabe zu trivial oder wir wollten den Zuschauern echtes Adrenalin und Einsatzfeeling bieten - jedenfalls erhöhten wir den Schwierigkeitsgrad der Übung immens, indem wir eine Leine bei dem Ablegen eben mal fix in die eigene Schraube wickelten und so noch vor der geplanten Übernahme der verunfallten Person uns mit der Einsatzaufgabe "Herstellen der Manovrierfähigkeit" beschäftigen durften.Nach einigen Minuten konnte unser Schwimmer die Leine lösen - wir meldeten die Einsatzbereitschaft und konnte dann dank einer absolut ruhigen Hand unseres Bootsführers trotz der schnell dahin fließenden Elbe die beiden Bergretter samt dem Verunfallten übernehmen. Nach der Übernahme setzten dann die wiederbelebenden Maßnahmen ein an Bord direktein, bis wir an das Ufer gelangten und die Person dem Rettungsdienst übergeben konnten. So wie es sich gehörte klappte nach der Aufregung zumStart das Finale reibungslos.

Teil 2 Gemeinschaftsprojekt "gekenterter Elbepaddler"
Zusammen mit den Kameraden von der Wasserwacht waren zwei Paddler zu suchen, zu retten und zu übergeben
Diese Aufgabe stellte eine besondere Herausforderung dar. Weniger bei Suche und Rettung der Verunfallten, nein, hier war ein neues Problem mehr als offensichtlich geworden. Die Kommunikation. Obwohl wir uns kaummehr als 1000 Meter auf dem Fluß voneinander entfernt hatten, versagte der 2 Meter Funk komplett. Eine Strombiegung, ein Pfeiler in der Sichtachse, schon war Schluß mit moderner Kommunikation und die Verständigung musste über Winkzeichen zwischen den eingesetzten Kräften erfolgen. Auch wenn die Elbe an diesem Tage mit knapp 20 Grad eigentlichzum Baden eingeladen hätte, konnten die beiden Bootsbesatzungen von Wasserwacht und DLRG die gestellte Aufgabe in der angemessenen Zeit lösen und die Verunfallten Personen schnellstmöglich an Land bringen um die Übergabe an den Rettungsdienst einzuleiten.

Alles in allem eine gelungene Vorstellung der Fähigkeiten im Bereich Wasserrettung sowie in der Zusammenarbeit mit den anderen Fachdiensten.
Auch ohne runden Geburtstag soll der Tag der Hilfsorganisationen in Meißen wieder stattfinden - wir sind sicherlich wieder dabei.

Kategorie(n)
Bericht

Von: Frank Jüttner

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